Unterschiedliche Linsen für unterschiedliche Spots

60, 90 or 150 … Lumen sind nicht alles

Die hellste Stirnlampe ist nicht immer die beste Stirnlampe. Da gilt es genauer hinzusehen. Eine Lampe mit wenig Lumen aber gutem Lichtstrahl kann viel heller sein als so manches Produkt mit mehr Lumen und einem weniger guten Lichtstrahl. Die tatsächliche Helligkeit einer Stirnlampe ist sehr subjektiv und auch abhängig vom Design des Lichtstrahls.

Zum besseren Verständnis sollten wir jedoch erstmal wissen wie Lumen gemessen werden.

Anzahl derLumen aufgedruckt auf die Verpackung

Wie werden Lumen überhaupt gemessen?

Dazu brauchen wir eine sogenannte „Ulbricht Kugel“. Nie gehört? Stellen Sie sich eine Hohlkugel vor, deren Wände and der Innenseite reflektierend beschichtet sind. Plus einem Gerät zur Lichtmessung, das an einer Stelle der Wandung angebracht ist. Misst man die Lichtleistung einer Lampe, wird sie in der Kugel platziert und angeschaltet. Ihr Licht wird dann an den Innenseiten der Ulbrichtkugel scheinbar endlos und immer wieder reflektiert.

Die endlosen Reflektionen erzeugen ein extrem homogenes Licht in der Kugel. Kein Licht dringt nach aussen oder geht verloren. Die Helligkeit in der Kugel ist also die Summe allen Lichtes das aus der Lampe kommt. Dieses Licht wird gemessen und in Lumen ausgedrückt.

Illustration einer Ulbricht Kugel

Illustration einer Ulbrichtkugel

Das hört sich zunächst ganz gut an, denn alles Licht wird eingefangen und in einer einzigen Messung ausgedrückt. Geradezu perfekt für Glühbirnen, die in alle Richtungen abstrahlen. Aber macht das auch wirklich Sinn bei Stirnlampen?

Lumen sind nichts wert ohne einen guten Lichtstrahl

Stirnlampen sind eigentlich nichts anderes als mobile Scheinwerfer. Viele mit ganz unterschiedlichem Leuchtbild. So können die Spots breit oder schmal sein, homogenes Licht erzeugen oder aber auch sehr fleckiges Licht mit Störungen. Manche Spots haben einen präzisen Rand, andere eine Menge Streulicht an den Seiten.

Das Leuchtbild ist jedoch sehr wichtig für Stirnlampen. Die Messung aus der Ulbrichtkugel kann hier aber nicht differenzieren. Sie bezieht sich nur auf gesamte Lichtausbeute. Ohne Aussage über Verteilung, Verlauf und ob es unser Sehen auch wirklich gut unterstützt – oder einfach nur hell macht. Wir sollten die Lumenzahlen also mit mehr Vorbehalt betrachten.

Stirnlampe Lichtschein Nr5
Stirnlampe Lichtschein Nr4
Stirnlampe Lichtschein Nr3
Stirnlampe Lichtschein Nr1

Warum aber sind die Leuchtbilder so unterschiedlich? Weil es ebenso unterschiedliche technische Möglichkeiten gibt, einen Lichtstrahl zu erzeugen. Einige davon sind sehr einfach, andere sehr anspruchsvoll. Die einen kosten wenig, die andere können sehr Kostenintensiv sein. Der Hersteller alleine entscheidet, ob er für ein gutes Leuchtbild einen grossen Aufwand betreiben will, oder einfach nur irgendein Licht erzeugen möchte.

Ein gutes Leuchtbild holt das Beste aus den Augen

Unsere Augen können sich an an die unterschiedlichsten Lichtsituationen anpassen. An grelles Sonnenlicht genauso, wie an Mondlicht. Beeindruckend auch wie gut wir im Dunkeln sehen können, solange unsere Augen genug Zeit haben sich darauf einzustellen.

Denn sie funktionieren am besten unter konstanten Lichtbedingungen. Weniger gut unter wechselnden. Wir kennen das aus unserem Auto, wenn wir nachts plötzlich von entgegenkommenden Scheinwerfern geblendet werden. Dann wissen unsere Augen nicht ob sie sich auf die Strasse oder die hellen Scheinwerfer einstellen sollen. Sie pendeln sich irgendwo in der Mitte ein und können ihr eigentliches Potential für die Dunkelheit nicht mehr voll ausschöpfen. Die Strasse vor uns wird dunkler als ohne die Blendungen.

Blendende Scheinwerfer auf dunkler Strasse

Aber wo ist der Zusammenhang. Nun, das Leuchtbild unserer eigenen Stirnlampe kann nach dem gleichen Prinzip störend sein. Dann, wenn es unsere Augen daran hindert ihr volles Potential zu entfalten. Viele Stirnlampen erzeugen ein sehr ungleichmässiges Leuchtbild. Mit hellen und dunklen Flecken oder sogar mit Reflektionen aus der Linse. Für unsere Augen kann das nicht nur störend, sondern auch ermüdend sein. Besonders dann, wenn man die Stirnlampe länger benutzt und sich auf die Umgebung konzentrieren muss. Wie zum Beispiel auf einem Gebirgspfad. Dann werden unsere Augen schneller müde als mit einem homogenen Leuchtbild.

Ein guter Lichtstrahl ist immer sehr sanft zu unseren Augen. Er unterstützt unser natürliches Sehen, so dass unsere Augen ihr volles Potential ausschöpfen können. Mit einem guten Lichtstrahl sehen wir besser als mit mehr Lumen aus einem schlechten Lichtstrahl.

Stirnlampe Lichtschein Nr1

Das Leuchtbild im Bild hat durch seine weite Öffnung und den homogenen Verlauf eine hohe Qualität. Kein zu helles Zentrum oder Flecken, die unsere Augen beim Arbeiten stören könnten.

„Der Lichtschein einer Stirnlampe ist immer in Bewegung. Durch ständiges Kopf bewegen oder weil man selbst auf dem Fahrrad oder den Skiern unterwegs ist. Sich mit einer Stirnlampe auf die Umgebung zu konzentrieren ist anstrengend genug. Das letzte was man hier braucht ist ein störendes Leuchtbild.“

Deine Stirnlampe verschwendet Lumen

Oft wird ein Teil der versprochenen Lumen verschwendet. Zum Beispiel im Bereich um das helle Zentrum des Lichtstrahls. Dort wo das Licht langsam ins Dunkle verläuft. Wir reden absichtlich von „verschwenden“, weil unsere Augen dieses Licht oft nicht zum besseren Sehen verwenden können. Obwohl es natürlich da ist.

Stirnlampe Lichtschein Nr2

Im Bild oben sehen wir ein Leuchtbild mit einem sehr hellen Zentrum und einem abruptem Übergang zu einem weniger hellen Bereich. Der Helligkeitsunterschied der Bereiche ist zu gross und zwingt unsere Augen sich für einen Bereich zu „entscheiden“.

Ganz natürlich werden die Augen sich auf den hellen Bereich einstellen, indem sie die Pupillen ein wenig schliessen. Der dunklere Bereich kann dann aber noch weniger zu unserem Sehen beitragen. Das Licht ist verschwendet. Die Lichtverteilung hätte man hier viel besser gestalten können.

„Ganz allgemein kann man sagen, dass ein gutes Leuchtbild kaum Lumen verschwendet. Eine Stirnlampe mit einem schlechten Leuchtbild jedoch sehr viel.“

UNSER TIPP

Es ist schwer für uns hier konkrete Tipps für Ihre neue Stirnlampe zu geben. Gerade weil Licht auch eine sehr subjektive Angelegenheit ist. Wir wollen Sie jedoch ermutigen, nicht nur nach Lumen Ausschau zu halten. Sondern auch nach der Art des Lichtstrahls und des Leuchtbildes. Erinnern Sie sich an unsere Ausführungen und vergleichen Sie die Stirnlampen Ihrer Bekannten und Freunde. Löchern sie den Verkäufer mit Fragen zum Leuchtbild, oder folgen Sie uns in unserem Blog. Dann werden Sie mit Sicherheit die richtige Stirnlampe für ihren Einsatz finden.

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