Vorderansicht der Petzl Tikka Verpackung

PETZL® TIKKA® – Der Test

Der Winter steht vor der Tür und damit auch die dunkle Jahreszeit. Vielleicht genau die richtige Zeit um sich eine neue Stirnlampe zuzulegen. Genau das haben wir auch gedacht und uns entschieden eine der neuen PETZL® Lampen zu testen.

Also welche sollte es sein? Wir haben uns die klassische TIKKA® ausgesucht. Gerade im Herbst und im Winter ist sie wahrscheinlich eine der interessanteren Lampen. Besonders jetzt, wenn einfache Lampen für den täglichen Einsatz gebraucht werden. Erschwingliche Stirnlampen, die mit ausreichend Licht für die dunklen Tage. Im Garten, abends beim Hundespaziergang oder beim Joggen im Park.

Die PETZL® TIKKA ist gerade dafür wahrscheinlich perfekt geeignet. Sie ist klein, benötigt 3 AAA Batterien, wiegt nur 85 Gramm und ist gegen Spritzwasser geschützt (IP X4). Sie ist erhältlich in den Farben rot, braun, schwarz und weiss. So dass man sie gleich an den Rest der Ausrüstung anpassen kann und zuhause nicht mit der der anderen verwechselt.

DER PREIS

TIKKA EUR 29.95 Regulär, online eventuell günstiger.

(Stand Herbst 2015)

Vorderansicht der Petzl Tikka Stirnlampe

DER ERSTE EINDRUCK

Nun, der erste Eindruck ist durchaus positiv. Leider ist das Design sehr typisch für PETZL. Man könnte sagen PETZL ist nicht gerade für bestes Produktdesign bekannt. Aber weil das natürlich nur unsere persönliche Meinung ist müssen wir auch fairer Weise sagen dass PETZL ein sehr erfolgreicher Hersteller ist und wohl viele Kunden unsere Meinung nicht unbedingt teilen.

Erster Kritikpunkt ist das bedruckte Kopfband. Wir wissen nicht wohin die schönen farbig gewobenen Stirnbänder verschwunden sind. Offensichtlich ist es mittlerweile wesentlich billiger Kopfbänder zu bedrucken als tatsächlich zu weben. Und so haben wir es auch hier mit einem bedruckten Band zu tun. Das sieht anfänglich ganz hübsch aus. Wird aber sofort weniger ansehnlich, sobald man es dehnt. Denn dann kommt das eigentliche Elastikgewebe unter dem Druck zum Vorschein und die vorher ganz ansehnliche Grafik verblasst.

gedehntes Tikka Kopfband

Wir haben also schon schöneres gesehen. Abgesehen davon nimmt diese Art von Band aber auch weniger Schweiss auf. Und das fühlt sich gerade auf der Stirn nicht sonderlich gut an, besonders wenn man die Lampe länger trägt.

Die Kunststoffteile machen einen sehr guten Eindruck. Man spürt die gute Qualität der Teile. Einzig das durchsichtige Gehäuse irritiert uns ein wenig. Unter dem Gehäuse kann man die Innereien und die Elektronik erkennen. So etwas kann durchaus toll aussehen, nur leider hier nicht. Da könnte man schon einiges verbessern.

Transparentes Tikka Gehäuse
Transparentes Tikka Gehäuse

PETZL, wenn man schon mit transparenten Gehäusen arbeitet, sollte man auch die Innereien gestalten. Ansonsten sieht es einfach nicht besonders gut aus.

DAS HANDLING

Besonders gut gefällt uns die Bedienung des Batteriefachs. Das Öffnen und Schliessen des Batteriedeckel funktioniert einfach und „satt“ ohne grosse Fummelei. Besonders schlau, der Deckel des Batteriefachs ist kein separates loses Teil, das man eventuell verlieren kann. Es kann also nicht in den Schnee fallen oder gar in einem Felsspalt verschwinden. Hervorragend!

geöffnetes Tikka Batteriefach

Das Laden der Batterien funktioniert wie erwartet einwandfrei. Hätten wir es nicht schon anders erlebt, wäre es wohl gar nicht erwähnenswert. Nur im Dunkeln ist es schwer erkennbar in welche Richtung die Batterien eingelegt werden wollen. Legt man sie verkehrt herum ein, erzeugt man dabei zwar keinen Kurzschluss. Aber die flachen Metallkontakte können sich dabei mehr als gewollt verbiegen. Macht man das jedoch nicht allzu oft und versucht es zu vermeiden, werden sie trotzdem viele Jahre ihren Dienst verrichten.

Tikka Stirnlampe nach unten gerichtet

Der Lichtwinkel kann mit einer 4-Stufen Rasterung um ca. 45 Grad verdreht werden. Pro Raster also ca. 12 Grad Verstellung. Das ist eigentlich Standard und auch ausreichend für fast alle Aktivitäten.

DER SCHALTER

Er fühlt sich gut an. Wie ein tatsächlich mechanischer Schalter der tatsächlich gedrückt werden muss. Das gefällt uns viel besser als die üblichen Drucktaster wie wir sie von anderen Stirnlampen kennen oder von vielen anderen elektronischen Geräten wie Handys beispielsweise.

Ein-Aus Schalter der Tikka mit Handschuh gedrückt

Und wie erwartet funktioniert der Schalter auch mit dicken Winterhandschuhen gut. Den Druckpunkt kann man eindeutig fühlen. Das erleichtert die Bedienung und macht durchaus einen grossen Unterschied zu manch anderen Produkten.

Dem mechanischen Druckschalter ist es wohl auch geschuldet, dass die TIKKA keinen speziellen sogenannten „Einschaltschutz“ braucht. Viele Stirnlampen mit Drucktastern brauchen einen solchen Einschaltschutz. Er soll verhindern dass sich die Lampe durch Quetschen in einem vollbepackten Rucksack versehentlich einschaltet. Mit dem mechanische Schalter ist das extrem unwahrscheinlich.

FLUORESZIERENDER REFLEKTOR

„Hallo, hier bin ich…“, scheint die TIKKA sagen zu wollen. Denn ähnlich einer Armbanduhr mit phosphoreszierenden Zeigern und Ziffern glimmt auch die TIKKA im Dunkeln. Teile des Reflektors sind so beschichtet, dass sie ein grünliches Glimmen erzeugen.

Petzl Tikka mit fluoreszierendem Reflektor

Das ist auf alle Fälle ein sehr nützliches Feature. Besonders wenn die Lampe gerade eben ausgeschaltet wurde und man sie im Dunkeln schnell wiederfinden muss. Wie in einem Zelt zum Beispiel…

In unseren Tests haben wir das grüne Glimmen noch 30 Minuten nach dem Ausschalten gut erkennen können.

Auch erwähnenswert ist das Zubehör für die TIKKA. Zum einen gibt es eine kleine Tasche zum Aufbewahren. Zum anderen einen Adapter mit dem die Lampe an fast jedem Helm befestigt werden kann. Ohne dabei das Kopfband ganz um den Helm dehnen zu müssen. Der Adapter wird mit Hilfe von doppelseitigem Tape auf den Helm geklebt. Das finden wir ziemlich praktisch.

DER EINSATZBEREICH

PETZL sagt, die TIKKA ist die perfekte Stirnlampe für den täglichen Gebrauch und gelegentliche Outdoor Exkursionen. Genauer gesagt sprechen sie von Heimwerken, Freizeit, Reisen, Sport, Camping usw. Also eigentlich alles wofür man eine kleine, kompakte und bedienungsfreundliche Lampe brauchen kann.

Werkzeug Box mit Stirnlampe beleuchtet
Alpine Karte mit Stirnlampe beleuchtet

Und sie haben recht. Denn Bedienbarkeit, Brenndauer und Lichtausbeute sind in gutem Verhältnis. Also bestens für alle Tätigkeiten rund um’s Haus und für die ganze Familie.

Die Performance / Leistung

Kommen wir also zur Performance der TIKKA. Wie bei fast allen Stirnlampen (auch von grossen namhaften Herstellern) gibt es einen grossen Unterschied zwischen dem was der Hersteller auf der Verpackung verspricht und dem, was tatsächlich aus der Lampe kommt.

In einigen unserer Beiträge haben wir schon darüber geschrieben (…und werden weiter schreiben) wie wir Stirnlampen testen und warum die meisten Hersteller massiv mit ihren Angaben tricksen. Falls Sie interessiert sind, möchten wir Sie dazu einladen diese Beiträge zu verfolgen.

Zunächst wollen wir Ihnen hier aber zeigen wie die TIKKA in unseren Tests abgeschnitten hat:

Rückansicht der Petzl Tikka Verpackung

Die TIKKA kommt mit einer zentralen LED aus, die in zwei Helligkeitsstufen betrieben werden kann. Beide Stufen sollen ein weiches nützliches Licht Licht erzeugen das für den Einsatz in der näheren Umgebung ausgelegt ist.

Was der Hersteller verspricht und was wir gemessen haben:

Licht Stufe 1:: 25m Reichweite, 180h Betriebsdauer (Tatsächlich 20m, 29:25 Stunden)
Licht Stufe 2:: 55m Reichweite, 120h Betriebsdauer (Tatsächlich 47m, 5:21 Stunden)

Hier die Performance in Diagrammen:

Brenndauer Diagramm der Tikka Stirnlampe

Hier unten das komplette Diagramm:

Brenndauer Diagramm der Tikka Stirnlampe in voller Länge

Das Ende der Leuchtdauer ist erreicht, wenn nur noch 10% der ursprünglichen Helligkeit erreicht wird. So definiert es der weltweite “FL1 Standard” für Taschenlampen und Stirnlampen.

Haben Sie gewusst dass der Lichtstrahl Ihrer Stirnlampe kürzer wird, je schwächer die Batterien werden. Wahrscheinlich war es Ihnen nicht bewusst. Aber es ist richtig. Der Lichtstrahl wird nicht nur weniger hell, sondern auch kürzer.

Spot Länge der Tikka Stirnlampe

Im Diagramm oben haben wir die Länge der Lichtstrahlen im Verhältnis zur Brenndauer berechnet. Dazu haben wir unsere Lichtmessungen und eine Formel des anerkannten „ANSI FL1 Standard“ für Taschenlampen und Stirnlampen benutzt. Nach diesem Standard endet die Leuchtdauer, wenn 10% der ursprünglichen Helligkeit erreicht sind. Die meisten Hersteller legen jedoch ihre ganz eigenen Berechnungen zugrunde. Einfach um eine viel längere Leuchtdauer vorzugaukeln.

UNSER FAZIT

Was ist also unsere Meinung? Können wir die TIKKA empfehlen? Ja, unbedingt, denn der Preis ist ok und die Qualität sehr gut. Das macht sie in unseren Augen zu einem guten Allrounder für die ganze Familie. Wer also einfach nur eine gute Stirnlampe braucht, die einfach zu bedienen ist, wird mit der TIKKA sehr glücklich werden. Denn sie ist tatsächlich wie gemacht für den alltäglichen Einsatz. Genau so, wie es PETZL beschreibt.

Wir glauben auch, das sie ein sehr gut durchdachtes Produkt ist das im Laufe seines Lebens wohl kaum Ärger bereiten wird. Und obwohl uns die TIKKA nicht besonders gut gefällt, würden wir sie jederzeit wieder kaufen.

Wir denken es ist ganz normal, dass es einige wenige Kritikpunkte gibt. Der auffälligste auch hier die geschönten Spezifikationen. Besonders was die Lebensdauer der Batterien anbelangt. Aber wir wissen auch: Fast alle Hersteller bedienen sich der gleichen Tricks. Solange Sie also nicht den Versprechen auf der Verpackung, sondern unseren Messungen vertrauen, werden Sie mit Ihrer TIKKA sehr glücklich werden.

Sie finden den Artikel interessant? Dann teilen Sie ihn mit Ihren Freunden bei Facebook, Twitter oder Google+ indem Sie die Button hier unten klicken. Vielen Dank!

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar